Obstanbau in der Region Trier

@F.-J. Scheuer
@F.-J. Scheuer



Obstartha
Apfel130
Mirabelle5
Zwetsche6
Süßkirsche3
Birne12
Strauchbeere9
Erdbeere55




Jahresdurchschnittstemperatur8,8 – 9,1° C

Jahresniederschläge784-832 mm

Höhenlage ü. NN100 - 400 m

BodenartenLehmiger Sand bis sandiger Lehm

VermarktungAb Hof, CACTUS Luxemburg, Großmarkt Trier


Landkreise mit Obstbau:
Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm

Geologie:
Geprägt ist die Landschaft von Mosel und Saar, sowie kleineren Nebenflüssen, in deren Nebentälern und angrenzenden Höhen günstige klimatische Bedingungen für die Obstproduktion herrschen.
In den Flusstälern findet man vorwiegend leichte bis mittelschwere Schwemmlandböden mit schluffig - sandigem bis sandig - kiesigem Untergrund (Terrassensubstrate), die sich leicht erwärmen, je nach Sandgehalt jedoch geringes Wasserspeichervermögen haben. Oft besitzen sie aber Grundwasseranschluss.
Als Ausgangsgestein der Höhenlagen von Saargau und Südeifel sind vorwiegend Gesteinsschichten des unteren Keupers und aufliegend des oberen Muschelkalks vorzufinden. Je nach Ton- und Schluffanteil neigen diese Böden leicht zur Verschlämmung und erwärmen sich nicht so schnell. In tieferliegenden Mulden können Lehmdecken aus der Eiszeit häufig noch zu stauender Nässe führen. Gute Standorte, vorwiegend die Mulden, haben zudem oftmals eine Lößlehmauflage.




Obstbau früher und heute
Obstanbau im Trierer Raum hat eine lange Tradition, jedoch hat sich die Zielrichtung der Produktion im Laufe der Jahre, zumindest teilweise, verändert.
Nach einem Generalplan zur Belebung der Trierer Wirtschaft wurden ab 1930 ca.
150.000 Hochstämme, vorwiegend ‚Rambour‘ und ‚Boskoop‘, auf die Höhenlagen von Saargau und Südeifel gepflanzt. Dabei entstanden die sogenannten Streuobstwiesen, meist nah an den Orten gelegen, die in Doppelnutzung zur Obst- und Futterproduktion dienten und vereinzelt noch bis in die heutige Zeit (ca.1600 ha) erhalten sind. Die Erträge aus diesen Anpflanzungen, in denen auch Birnen, Pflaumen und Mirabellen vorzufinden sind, wurden und werden als Rohstoffquelle für Viez ( Apfelwein) und zur Herstellung von Maische ( Schnaps ) verwandt.
War der Viez als "Arme-Leute-Getränk" auch zeitweilig verpönt, ist er doch in jüngster Zeit, bedingt durch die Gesundheitswelle und gute Marketingstrategien der Verarbeitungsbetriebe, wieder voll im Trend und auch stark nachgefragt.

In den Brennereien der Region hat sich das " Schnapsbrennen" der vergangenen Jahre gewandelt, hin zur gezielten Herstellung und Vermarktung von Edelbränden, die zum Teil sortenrein destilliert für Furore sorgen und den Betrieben gute Zusatzeinkommen gewährleisten. Erzeugerzusammenschlüsse wie Eifel Premiumbrand oder Eifel-Edelbrand w.V. fördern ganz gezielt den Qualitätsgedanken.
War der Anbau von Tafelobst in früherer Zeit nur auf die Eigenverwertung ausgerichtet, so hat sich das in den letzten Jahrzehnten grundlegend geändert. Zunehmend legen vorwiegend Winzer und Landwirte und auch junge ausgebildete Obstanbauer Kernobstintensivanlagen mit Pflanzdichten von 2000- 3300 Bäumen / ha an.
Die Vermarktung, fast der gesamten Produktion, geschieht im Direktabsatz ab Hof bzw. mobilen Verkaufsständen und auf den Wochenmärkten. Seit 2002 haben sich zunächst 5 Erzeuger der Region Trier- Luxemburg zusammen getan und vermarkten Kernobst in Premiumqualität gemeinsam und erfolgreich als (R)egion (O)bst (L)uxemburg (T)rier- EWIV- exclusiv unter dem Markennamen Eist Uebst / Us Uebscht über die Kette CACTUS in Luxemburg. Zur Produktionsabsicherung steht ein großer Teil dieser Fläche unter Hagelschutznetzen. Mittlerweile ist die Gruppe auf 12 Betriebe angewachsen, es werden auch Beerenobst und Gemüse angebaut und vermarktet. Parallel zum Aufschwung beim Tafelobstanbau ist in den vergangenen Jahren die Errichtung von Intensivmostobstanlagen (Buschbäume) mit ca. 600 - 800 Bäumen / ha geschehen. Diese Pflanzungen stehen häufiger in flächenstarken ehemaligen Landwirtschaftsbetrieben und sind vorwiegend im Vertragsanbau mit der Saftindustrie gepflanzt.
Der Erzeugergroßmarkt für Obst und Gemüse in Trier hatte seine Blütezeit in den 1950ziger Jahren, vorwiegend mit Beerenobstvermarktung und wird in der heutigen Zeit nur noch von wenigen Betrieben frequentiert.
Der Obstbau der Region Trier hat sich an die Gegebenheiten der Absatzmöglichkeiten angepasst und mit wohlschmeckenden, aromatischen Produkten einen festen Platz bei einer zunehmenden Käuferschar gefunden.


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