Leicht essen und trinken mit "leichten" Produkten

"Leichte" Produkte - "Light"-Produkte - sind in vielen Bereichen zu finden. Die Werbung suggeriert, mit ihrer Hilfe einfach und leicht abnehmen zu können. Ein Wunsch, den so mancher mit Blick auf überflüssige Pfunde insgeheim hegt. Vielfach entsteht der Eindruck, bei Light-Produkten unbegrenzt zugreifen zu dürfen - ohne der Figur zu schaden.

Es stellt sich die Frage: Sind Light-Produkte notwendig oder gibt es unter Umständen andere, vielleicht bessere, Alternativen, um das Körpergewicht zu halten oder um abzunehmen?


Was sind Light-Produkte?

Der Begriff der Light-Produkte ist rechtlich nicht eindeutig definiert. Die besonderen Eigenschaften "leichter" Lebensmitteln reichen von koffeinarm oder entkoffeiniert, alkoholarm oder alkoholfrei, mit wenig Kohlensäure bis hin zu leicht bekömmlich, kalorienarm und kalorienreduziert.

Lediglich bei Milchprodukten, Käse und Streichfetten sagt der Gesetzgeber, dass sie mit dem Hinweis "leicht" oder "light" gekennzeichnet werden können, wenn z.B. Sauermilch-, Jogurt- und Kefirerzeugnisse höchstens 1,8 % Fett, Käse höchstens 32,5 % Fett in der Trockenmasse (Fett i.Tr.), Speisequark höchstens 12,5 % Fett i.Tr. oder Butter 39 - 41 % Fett hat.

Light-Produkte, im engeren Sinne hier als kalorienreduzierte und kalorienarme Lebensmittel verstanden, entstehen auf unterschiedliche Weise. Beispielsweise wird bei Süßwaren, Erfrischungsgetränken und Desserts der Zucker teilweise oder vollständig durch Süßstoffe ausgetauscht. Bei Streichfetten wird ein Teil des Fettes durch Wasser ersetzt. Fettarme Fleischerzeugnisse werden aus magerem Fleisch hergestellt und - wie bereits angesprochen - Milchprodukte werden auf der Basis fettarmer Milch produziert. In Teilen werden auch Fettaustauschstoffe verwendet, beispielsweise bei Mayonnaisen, Fleischerzeugnissen, Milchprodukten oder Eiscreme. Es handelt sich hier z.B. um Stärke- und Cellulosederivate, Guarmehl oder um Stoffe auf Basis von Gelatine, Molkenproteinen u.a.. Fettaustauschstoffe können Wasser binden. Sie erzeugen ein fettähnliches - cremiges - Gefühl im Mund. Ein solches Gefühl entsteht auch bei Milchdesserts, die mit Luft oder Stickstoff aufgeschäumt sind.
Im vergangenen Jahr 2004 wurde der Fettersatzstoff Salatrim als neuartige Lebensmittelzutat zugelassen. Er darf bei Backwaren und Süßwaren verwendet werden. Salatrim hat einen Brennwert von rund 6 kcal / g, das sind rund ein Drittel weniger Kalorien als bei Fett.


Verbot der "Schlankheitswerbung"

Schlankmachende, schlankheitsfördernde oder gewichtsmindernde Eigenschaften dürfen grundsätzlich nicht bei Lebensmitteln beworben werden.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann auf einen verminderten Kaloriengehalt bei Lebensmitteln besonders hingewiesen werden (§ 6 Nährstoff-Kennzeichnungsverordnung). Das sind beispielsweise:
  • Lebensmittel mit geringem Brennwert
  • Lebensmittel mit weniger als 50 kcal (210 kJ) pro 100 g
  • Getränke, Suppen, Brühen mit weniger als 20 kcal (84 kJ) pro 100 ml
  • Lebensmittel mit vermindertem Brennwert
  • Lebensmittel mit einem um mindestens 30% verminderten Brennwert


Eine Bewertung kalorienarmer Light-Produkte

Leichte Erfrischungsgetränke und Süßwaren werden vielfach mit Süßstoff gesüßt. Süßstoffe haben im Wesentlichen zwei Vorteile: Sie sind praktisch kalorienfrei und können den Zähnen nicht schaden. Sie haben jedoch eine hochintensive Süße und können die Geschmacksschwelle für Süß herabsetzen sowie den Wunsch nach Süßem bestärken. Ungesüßte Getränke werden unter Umständen abgelehnt, obwohl sie wesentlich besser den Durst löschen können.

Der Kaloriengehalt und Fettgehalt von Fleischerzeugnissen ist insgesamt sehr unterschiedlich. Herkömmlicher Bratenaufschnitt, roher oder gekochter Schinken schneiden hier beispielsweise günstiger ab als eine um 30% Fett reduzierte - Light - Salami.

Auch bei Milchprodukten und Käse bietet es sich an, anstelle der Light-Produkte auf die meist preiswerteren 1,5 %igen Milchprodukte bzw. auf Käse der Dreiviertelfettstufe zurückzugreifen.

Bei Halbfettbutter und Halbfettmargarine wird die Hälfte des Fettes durch Wasser ersetzt. Die Kalorien werden um die Hälfte gegenüber "normaler" Butter oder Margarine reduziert. Zusätze von Gelatine, Emulgatoren, ß-Carotin, Zitronensäure oder anderen Genusssäuren sind zulässig, um die gewünschte Konsistenz, Farbe und Geschmack zu erzielen. Zum Schutz gegen mikrobiellen Verderb dürfen geringe Mengen des Konservierungsstoffes Sorbinsäure zugesetzt werden. Wegen des hohen Wassergehaltes sind Halbfettbutter und -margarine zum Braten ungeeignet.


Abnehmen mit Light-Produkten?

Light-Produkte können eventuell den Einstieg in eine Diät erleichtern. Sie bieten kalorienärmeren Genuss. Darin liegt aber auch die Gefahr. Zum einen müssen ungünstige Ernährungsgewohnheiten nicht verändert werden. Beispielsweise wird lediglich die Cola gegen Cola-light ausgetauscht. Empfehlenswert wäre jedoch, Mineralwasser zu trinken. Zum anderen verleiten die Produkte dazu, eine weitere - zusätzliche - Portion zu essen oder zu trinken, so dass letztendlich keine Kalorien eingespart werden.

Um langfristig das Körpergewicht zu halten oder zu reduzieren, müssen meist liebgewonnene Ernährungsgewohnheiten verändert und umgestellt werden. Light-Produkte sind keine geeignete Alternative, sie stärken eher ungünstige Verhaltensweisen. Deshalb:


Unser Tipp zum leichten Essen und Trinken
  • Metzger bieten ein reiches Sortiment an Fleischerzeugnissen. Wählen Sie Wurstsorten mit bis zu 15 - 20 g Fett je 100 g.
  • Kaufen Sie marmoriertes Fleisch, das mit feinsten Fettäderchen durchzogen ist. Es ist sehr viel saftiger als ganz magere Stücke. Die Fettränder können nach der Zubereitung entfernt werden.
  • Die idealen Käsesorten haben bis zu 30 - 40 % Fett i.Tr. oder bis 15 - 20 g Fett absolut je 100 g.
  • Essen und trinken Sie vorzugsweise 1,5 %ige Milch und Milchprodukte.
  • Gute Alternativen zu einem Light-Dessert sind beispielsweise 1,5%iger Naturjogurt mit etwas Zucker und frischem Obst, ein selbst hergestellter Flammeri aus 1,5%iger Milch mit wenig(er) Zucker und ohne Sahne, frisches Obst, ...
  • Verwenden Sie Butter sehr sparsam. Je nach Brotbelag brauchen Sie kein Streichfett. Halbfettbutter ist nicht notwendig.
  • Mineralwasser - evtl. mit einem Spritzer Zitrone, Früchte- und Kräutertees und verdünnte Fruchtsäfte sind optimale Durstlöscher.
  • Greifen Sie reichlich zu bei: Vollkornbrot und Vollkornprodukten, bei Kartoffeln und vor allem bei Gemüse und Obst. Mindestens fünf Portionen Gemüse und Obst jeden Tag sind optimal.





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